Dr. Matthew Werley (D.Phil. Oxford) ist ein in Salzburg ansässiger Musikwissenschaftler und Kulturhistoriker.
Er ist Gründungsdirektor des Salzburg Institute for Advanced Studies (SIAS), einer innovativen Plattform für Forschung und öffentliche Vermittlung. Das Institut widmet sich der Aufgabe, Salzburgs immenses kulturelles und natürliches Potenzial als Handlungsauftrag zu begreifen, um komplexen, systemischen globalen Herausforderungen zu begegnen.
Ausgebildet am Magdalen College (University of Oxford) und in Philadelphia, konzentriert sich Werleys Forschung auf die Festival- und Opernforschung, die Kulturdiplomatie, die globale Musikgeschichte, den modernen Tanz, die österreichische Literatur sowie die Politik des Musiklebens in Mitteleuropa im Zeitraum von ca. 1750 bis 1960.
Sein jüngstes, gemeinsam mit Thomas Hochradner herausgegebenes Buch Wegzeichen Neue Musik (Wien, 2025) versammelt 17 führende Expertinnen und Experten (von Alabama bis Australien), die sich kritisch damit auseinandersetzen, wie Salzburgs zeitgenössische Musikszene nach dem Ersten Weltkrieg zu einem Katalysator für Frieden und interkulturellen Dialog wurde.
Als leidenschaftlicher Vermittler im öffentlichen Raum sprach Werley unter anderem an der Wiener Staatsoper, der Glyndebourne Opera, bei den Salzburger Festspielen, den Musiktagen Mondsee, am Salzburger Landestheater und für Academy Travel (Sydney). Zudem gestaltete er Rundfunkbeiträge für die Canadian Broadcasting Company, Deutschlandfunk Kultur, den ORF Salzburg sowie für das Ö1-Live-Format „Klassik-Treffpunkt“, das wöchentlich eine Viertelmillion Hörerinnen und Hörer erreicht.
Mit dem Ziel, seine Forschung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, kuratierte er mehrere wegweisende lokale und internationale Ausstellungen, die mehr als 20.000 Besucher verzeichneten. Er veröffentlichte Artikel in den Salzburger Nachrichten und verfasste Programmheftbeiträge für die Bayerische Staatsoper, La Monnaie, das Staatstheater Nürnberg, die Salzburger Festspiele und die Wiener Philharmoniker, für die er regelmäßig schreibt.
Als aktiver Musiker sammelte Werley prägende Erfahrungen als Schlagzeuger, was Uraufführungen zeitgenössischer Musik, Aufnahmen und Kammermusikkonzerte (u. a. mit Ney Rosauro und Pablo Batista) sowie Einladungen zu Auslandstourneen durch Persönlichkeiten wie König Hussein von Jordanien und — gemeinsam — Naina Jelzina und Hillary Clinton umfasste. Seine Orchesterkonzerte führten ihn in namhafte Konzertsäle wie die Academy of Music (Philadelphia), das Besední dům (Brünn), das Franz-Liszt-Konservatorium (Budapest), den Großen Saal des Tschaikowski-Konservatoriums (Moskau), das Jerash Festival (Jordanien), das Rudolfinum (Prag) und die Stadthalle Bayreuth. Zudem verfügt er über umfassende Auftrittserfahrung als Chorleiter und Bariton (von der Liturgik des gregorianischen Chorals bis zur zeitgenössischen Musik) und gestaltete Gottesdienste in der Westminster Abbey, der Princeton University Chapel, der Magdalen College Chapel, der Cathédrale Saint-Louis des Invalides, Notre-Dame und Saint-Sulpice.
Neben akademischen Abschlüssen in Musikpraxis, historischer Musikwissenschaft und Theologie studierte Werley Klavier bei der letzten Vollzeitschülerin der in Kiew geborenen Pädagogin Rosina Lhévinne (Juilliard) sowie Orgel bei einem Schüler von Marie-Madeleine Duruflé. In Verbindung von Wissenschaft und Praxis war er gelegentlich auch im Opernbetrieb und in der Festivaladministration tätig, unter anderem an der Seite von Brigitte Fassbaender, Karoline Gruber und anderen.
Werley begann bereits im Alter von 21 Jahren, Studierende zu unterrichten, und lehrte seither ausgiebig an Universitäten in den USA (Philadelphia), Großbritannien (Cambridge und Norwich) und Österreich, wo er Lehr- und Forschungsaufträge an der Universität Salzburg und zuletzt als Senior Lecturer an der Universität Mozarteum Salzburg wahrnahm. Zudem wurden ihm mehrere Forschungs-Fellowships in Deutschland (Garmisch-Partenkirchen) zugesprochen.
Er war Mitorganisator der ersten wissenschaftlichen Richard-Strauss-Konferenz in Großbritannien (2007), die hochkarätige Teilnehmende aus aller Welt – von Dallas über Greifswald, Hongkong und Jerusalem bis nach Turin – anzog. Darüber hinaus organisierte er mehrere interdisziplinäre Symposien in Deutschland und Österreich, die jeweils breite Resonanz in der Tagespresse fanden. Er ist regelmäßig in Konferenzbeiräten tätig und fungiert als internationaler Gutachter für peer-reviewte Fachzeitschriften, Verlage, Förderinstitutionen und universitäre Graduierungsverfahren. Seine Forschung wurde durch namhafte Stipendien österreichischer und deutscher Stiftungen gefördert, darunter der DAAD und die Gerda Henkel Stiftung, sowie durch kleinere amerikanische, australische und britische Förderorganisationen.
Seit 2017 ist er Mitherausgeber des peer-reviewten Richard-Strauss-Jahrbuchs und Generalsekretär der Internationalen Richard Strauss-Gesellschaft (gegr. 1952). Im Jahr 2023 beriefen ihn die Salzburger Festspiele in den wissenschaftlichen Beirat ihres neu konstituierten historischen Archivs. Vor Kurzem wurde er von den Erben Hugo von Hofmannsthals mit einem großen Projekt für das Jahr 2029 beauftragt.
Neben seinen beruflichen Interessen reist Werley gerne, fotografiert, schätzt guten Kaffee und ist ein leidenschaftlicher Skifahrer, Radfahrer und Bergsteiger. Während seiner Jahre in Oxford spielte er Rasentennis und ruderte im ersten Männer-Achter (1st VIII) des Magdalen College Boat Club, mit dem er beim prestigeträchtigen Bootsrennen „Summer Eights“ 2007 den Titel „Head of the River“ errang.